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Werkstatt-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe auf Offerte und Rechnung

Aktualisiert: 30. August 2026 · Begriffe für die Schweiz erklärt · Methodik und Quellen

Arbeitswerte, Richtzeiten, Verbringungskosten: Offerten von Garagen, Carrosserie- und Lackierbetrieben sind voller Fachbegriffe. Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten Ausdrücke, damit du deine Offerte ohne Übersetzer lesen kannst.

Begriffe von A bis Z

Arbeitswert (AW)

Abrechnungseinheit für Arbeitszeit. Je nach Betrieb und System entspricht ein AW zum Beispiel 5, 6 oder 10 Minuten. Auf der Offerte steht dann etwa «12 AW» statt einer Stundenzahl. Zum Vergleichen rechnest du die AW in Stunden um und multiplizierst mit dem Stundenansatz.

Richtzeit

Die vom Hersteller oder von Branchensystemen vorgegebene Sollzeit für eine bestimmte Arbeit an einem bestimmten Modell. Sie ist der Massstab, an dem sich die verrechnete Arbeitszeit messen lassen muss. Deutliche Überschreitungen ohne Begründung sind das häufigste Sparpotenzial auf Offerten.

Stundenansatz

Der Preis pro Arbeitsstunde. In der Schweiz je nach Betriebsart und Region meist zwischen rund CHF 140 und 265. Details und Richtwerte im Ratgeber Stundensätze Schweizer Garagen.

Kleinteilepauschale

Prozentualer Zuschlag auf die Arbeitsposition, üblicherweise wenige Prozent, für Schrauben, Clips, Schellen und Verbrauchsmaterial. Branchenüblich und in Ordnung, solange sie moderat bleibt und nicht zusätzlich einzelne Kleinteile verrechnet werden.

Originalteil (OEM)

Ersatzteil mit dem Logo des Fahrzeugherstellers, vertrieben über dessen Markenorganisation. Technisch stammt es oft vom selben Zulieferer wie günstigere Alternativen.

Identteil

Baugleiches Teil vom selben Zulieferer, der auch das Werk beliefert, nur ohne Markenlogo und Markenverpackung. Gleiche Technik, tieferer Preis.

Erstausrüster-Qualität

Teile von Markenzulieferern wie Bosch, ATE, Mann oder Valeo in der Spezifikation der Serienfertigung. Meist 20 bis 40 Prozent günstiger als das Originalteil und technisch ebenbürtig.

Verbringungskosten

Kosten für den Transport des Fahrzeugs zwischen Betrieben, zum Beispiel von der Carrosserie zur Lackiererei und zurück. Auf Carrosserie-Offerten eine normale Position. Prüfenswert ist sie, wenn beide Arbeiten im selben Haus stattfinden.

Kostenvoranschlag

Eine begründete Schätzung der zu erwartenden Kosten, im Unterschied zur verbindlichen Festpreis-Offerte. Als Faustregel gilt: Ohne Rücksprache darf ein ungefährer Kostenvoranschlag nur moderat überschritten werden, in der Praxis werden oft rund 10 bis 15 Prozent toleriert.

Regiearbeit

Abrechnung nach effektivem Zeitaufwand statt nach Richtzeit. Sinnvoll bei schwer kalkulierbaren Arbeiten wie Fehlersuche. Verlange eine Kostenobergrenze und die Information, sobald sie erreicht wird.

Smart-Repair / Spot-Repair

Kleinflächige Reparatur- und Lackiertechniken für Dellen, Kratzer oder Steinschläge, statt ganze Teile zu ersetzen oder komplett zu lackieren. Oft deutlich günstiger, aber nicht für jeden Schaden geeignet.

Austauschteil (AT-Teil)

Industriell aufbereitetes Gebrauchtteil, etwa Anlasser, Alternator oder Getriebe, mit Gewährleistung. Günstiger als neu. Üblich ist ein Pfand auf dem Altteil, das bei Rückgabe gutgeschrieben wird.

Entsorgungs- und Umweltpauschale

Pauschale für die fachgerechte Entsorgung von Altteilen, Altöl und Betriebsflüssigkeiten. Branchenüblich, sollte aber im Verhältnis zum Auftrag klein bleiben.

MFK (Motorfahrzeugkontrolle)

Die periodische Fahrzeugprüfung des kantonalen Strassenverkehrsamts. Personenwagen werden in der Regel nach 5, dann nach 3, danach alle 2 Jahre geprüft. Details im Ratgeber MFK-Vorbereitung.

UVP (unverbindlicher Richtpreis)

Der vom Teilehersteller oder Importeur empfohlene Verkaufspreis. Garagen verrechnen Teile üblicherweise zum UVP und kaufen selbst günstiger ein. Die Differenz ist die branchenübliche Teilemarge.

Wie wir zu diesen Werten kommen

Unsere Richtwerte stammen aus Offerten, Kostenvoranschlägen und Schlussrechnungen von Garagen, Carrosserie- und Lackierbetrieben aus verschiedenen Sprachregionen der Schweiz. Wir werten sie anonymisiert aus, gruppieren sie nach Betriebsart und Region und vergleichen die verrechneten Arbeitszeiten mit den üblichen Herstellervorgaben. Daraus entstehen Spannen, keine Einzelpreise: Was eine konkrete Reparatur kostet, hängt immer vom Fahrzeug, vom Schadenumfang und vom Betrieb ab.

Wir aktualisieren die Spannen mehrmals jährlich und markieren den Stand oben auf dieser Seite. Wir verkaufen keine Reparaturen und vermitteln keine Betriebe. An der Höhe einer Offerte verdienen wir nichts.

Grenzen der Methode: Die Werte sind Orientierung, kein Gutachten und keine Rechtsberatung. Sie ersetzen weder eine Begutachtung vor Ort noch eine Expertise für ein Gerichts- oder Versicherungsverfahren.

Offizielle Quellen zum Weiterlesen

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